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Akne-Forum e.V., Akne, Aknetherapie ENTSTEHUNG

Entstehung der Akne

Akne hat nicht nur eine Ursache - es gibt mehrere Faktoren, die für die Entstehung der Akne verantwortlich sind.
Es gibt kein bestimmtes Kriterium dessen Vorhandensein oder Fehlen den Aknepatienten auszeichnet.

Akne kommt praktisch bei fast allen Jugendlichen vor, wenn auch die Schwere der Erkrankung stark variiert. Die Unterschiede sind nur quantitativ nicht qualitativ.

Die folgenden Parameter sind es, die die entscheidende Rolle in der Entstehung der Akne spielen:



Seborrhoe(Talg)
Hormone
Bakterien
Vererbung
Follikuläre Reaktionsbereitschaft

Seborrhoe
"Der Talg ist Öl für die Akneflamme".
Talgspiegel, wie sie beim Erwachsenen vorkommen, sind für die Entstehung dieser Krankheit eine absolute Voraussetzung.
Maßnahmen, die die Talgproduktion reduzieren - z.B. Östrogene, Antiandrogene - mildern unweigerlich den Krankheitsverlauf. Kein anderer Faktor korreliert so eindeutig mit dem Schweregrad der Akne.

Schwere Akne ist immer mit starker Seborrhoe verbunden. Umgekehrt hat bei niedriger Talgproduktion die Krankheit einen entsprechend leichten Verlauf.
Auch die Zusammensetzung des Talgs spielt eine große Rolle, wie medizinische Untersuchungen gezeigt haben. Offensichtlich fehlen im Talg der Aknepatienten ungesättigte Fettsäuren.

Allerdings ist keine wesentliche Besserung der Akne festzustellen, wenn der Patient diese ungesättigten Fettsäuren zu sich nimmt.

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Hormone
Hormone, speziell Androgene (Testosteron, Dihydrotestosteron) stimulieren - auch bei der Frau - die Talgdrüsen zur Produktion von mehr Talg.
Dies stellt natürlich keine endokrinologische Störung dar, sondern ist völlig normal.
Ohne Androgene bleiben die Talgdrüsen klein (s. Eunuchen). Nach einer Behandlung mit Testosteron oder Anabolika kann durchaus aus den oben genannten Gründen eine Akne ausbrechen, ebenso wie nach Absetzen eines Ovulationshemmers (der Pille).

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Bakterien
Diese - vor allem Propionibakterium Acnes - spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Akne.
Die Propionibakterien bilden reichlich Lipasen, die den Talg in freie Fettsäuren spalten.
Freie Fettsäuren und Lipasen sind beide stark entzündungsfördernd, weil sie wie Fremdkörper wirken und die Follikelwand schädigen. Entzündungszellen (Leukozyten) werden angelockt, Talg, freie Fettsäuren, Bakterien und Haarreste gelangen ins Gewebe.

Man muß sich das so vorstellen, wie wenn die Talgdrüse regelrecht ins Gewebe platzt - und dort natürlich massive Entzündungen auslöst. So entsteht die entzündliche Akne-Effloreszenz (Papel + Pustel).

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Vererbung
Sie spielt eine wichtige Rolle für die Ausprägung der Talgdrüsengröße und -aktivität.
Haben Eltern Akne, ist es sehr wahrscheinlich, daß die Kinder auch Akne haben werden. Bei eineiigen Zwillingen wird die Vererbungstheorie eindrucksvoll bestätigt.

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Follikuläre Reaktionsbereitschaft
Dies ist wohl der entscheidende Faktor bei der Akneentstehung.
Aknekranke haben eine Verhornungsstörung im unteren Teil des Follikelkanals (Infrainfundibulum). Die Hornzellen, die sich dort - wie an der Hautoberfläche - normalerweise regelmäßig und kontrolliert abschilfern, haften fest zu Konglomeraten zusammen und bilden eine kompakte, ständig größer werdende Masse: den Hornzellpropf.

Durch die zusätzliche Hornzellenproduktion entsteht ein Komedo (Mitesser) als Ausgangspunkt der entzündlichen Akne-Effloreszenz: der sogenannte Microkomedo.

Dieser hat nun zwei Möglichkeiten der weiteren Entwicklung:
a) Geschlossener Komedo (whitehead)
Die Öffnung des Follikels auf die Hautoberfläche bleibt mikroskopisch klein.
Der ständig wachsende Komedo bläht den Follikel auf, bis er regelrecht "platzt".
Papeln (das, was normalerweise unter einem "Pickel" verstanden wird) und Pusteln entstehen, die "Akne-Katastrophe" ist da.

b) Offener Komedo (blackhead)
Die Talgdrüsenöffnung weitet sich. Der oft mit Hautfarbstoff (Melanin) beladene Komedo kann mit Hilfe eines Peelings (Abrasivums) oder durch fachmännisches Herausdrücken durch die Kosmetikerin entfernt werden.
Es kommt nicht zu entzündlichen Akneveränderungen.

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